Die Heimat mit allen Sinnen erfahren
Mehrere tausend Schüler gingen auf Entdeckungsreise in „Mittleren Isarauen“
Der nächste Frühling kommt bestimmt, auch wenn derzeit jeder Gedanke daran in den Schneemassen unterzugehen droht. Mit dem Frühling wird auch die Lust vieler Menschen auf Naturerlebnisse erwachen: Um die Vorfreude darauf zu wecken, zeigen die Naturschützer des Landratsamts im Foyer der Behörde eine Reihe von Informations-Möglichkeiten – von Schautafeln bis zum „Nasen-Kino“ –, die am Naturerlebnis-Pfad sowie in der Vogelfreistätte Mittlere Isarauen eingesetzt werden. Die Ausstellung ist bis etwa Mitte März zu sehen.
„Wer die Natur der Heimat, ihre Tier- und Pflanzenwelt in ihrem ganzen Reichtum schützen und erhalten will, der muss schon den Kindern die Verantwortung für sie ans Herz legen“, betonte stellvertretender Landrat Josef Haselbeck, dem Carolin Seethaler und Helmut Naneder von der Unteren Naturschutzbehörde die Ausstellungsstücke erläuterten. Besonders freute es Haselbeck bei der Ausstellungseröffnung, zu hören, dass das Informationsangebot gerade von den Schulen bereits im ersten Jahr ganz ausgezeichnet angenommen worden ist.
„Über 11000 Erkundungsbögen sind im Jahr 2009 ausgegeben worden, auf denen Mädchen und Buben die Antworten auf Fragen rund um Natur, Flora und Fauna in den Mittleren Isarauen eintragen können“, erläuterten die beiden Naturschützer. Diese Erkundungsbögen, aber auch andere Info-Materialien sind im Landratsamt (Untere Naturschutzbehörde und Büro für Tourismus) sowie im Rathaus der Stadt Landshut und bei Bücher Pustet erhältlich.
Denn das „Naturerlebnis Mittlere Isarau“ mit einem Naturerlebnis-Weg, der am Gutenbergweg rund 150 Meter westlich des Landshuter Eisstadions beginnt, und mit Isar-Naturerkundungen sind ein Gemeinschaftswerk der Naturschützer von Stadt und Landkreis Landshut. Auf über 100 im vergangenen Jahr eingerichteten Stationen werden auf dem Erlebnis-Pfad durch die Auwälder und entlang der Isar mehr als 350 Tier- und Pflanzenarten näher vorgestellt, die ganz unterschiedliche Naturräume auf den Gebieten der Kommunen Landshut, Eching und Bruckberg mit Leben erfüllen.
In der kleinen Ausstellung im Landratsamts-Foyer ist zum Beispiel eine Schautafel zu sehen, auf der Antworten auf Fragen gegeben werden wie „Warum haben die Vogelarten unterschiedlich geformte Schnäbel?“ oder, ganz aktuell, „Warum frieren Enten nicht im Eis fest?“. Diese Tafel wird am Vogel-Beobachtungsturm auf Höhe von Weixerau (Gemeinde Eching) angebracht, der ebenfalls im vergangenen Jahr eingeweiht worden ist.
Aber nicht nur visuelle Eindrücke sollen in den Auwäldern an der Isar den Blick für die Schönheit und den unschätzbaren Wert der Natur für den Menschen schärfen – auch der Geruchssinn wird angesprochen: Am sogenannten Nasen-Kino kann man verschiedene Düfte auf sich wirken lassen und danach raten beziehungsweise bei Ratlosigkeit nachschauen, ob man sich nun Minze oder Moosgewächse um die Nase hat wehen lassen.
Zu anderen Jahreszeiten kann man auch den Stimmen seltener Vögel in freier Natur lauschen: Derzeit geht das nur an einer Hörstation in Eching. Aber auch für den, der sich jetzt in stillen Winterstunden aufmacht, die Natur entlang des rund vier Kilometer langen Erlebnis-Pfads oder auf den acht Flusskilometern zu erkunden, die die Isar durch das Schutzgebiet bei Eching fließt, wird klar: Hier erlebt man Flora und Fauna der Heimat mit allen Sinnen.
„Entdecken – erleben – erkunden“, so lautet das Motto, unter dem die Naturschützer auch heuer wieder zahlreiche Schulklassen auf den Naturerlebnis-Pfad und ins Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen locken wollen. Nach dem Erfolg im letzten Jahr sind sie ziemlich sicher, dass die „Klassenzimmer im Grünen“ wieder auf viel Interesse stoßen werden.
Denn dank der zahlreichen Informationsmöglichkeiten kann interessierten Menschen (übrigens jeden Alters) Wissen in Hülle und Fülle vermittelt werden über die Schätze der heimischen Tier- und Pflanzenwelt – Bekanntes, Unbekanntes, lange Vergessenes und manchmal Sensationelles. Zum Beispiel, dass so manches vermeintliche Unkraut ein Heilkraut ist, das die Menschen jahrtausendelange dankbar aus der „Apotheke Gottes“ geholt haben.
Aber auch bitterere Kost steht auf dem Informationsplan der Naturschützer: Eine Informationstafel lässt den Leser nachvollziehen, wie aus dem einstigen Naturfluss Isar weithin eine Wasserrinne wurde – und wie der Mensch heute wieder mühlselig versucht, seine Fehler zu korrigieren und ihre Folgen abzuschwächen, zum Vorteil von Mensch und Natur.
Bericht: Elmar Stöttner
Informationen zum Naturerlebnis-Pfad, der vom Gutenbergweg (beim Eisstadion) isaraufwärts führt, sowie zur Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen (mit besonderem, rund 800 Meter langem Vogelbeobachtungs-Weg) findet man auch im Internet, auf der Seiten von www.tourismus-landshut.de unter dem Stichwort „Natur erleben“.
BILDTEXT:
Eine kleine Ausstellung im Foyer des Landratsamts informiert bis etwa Mitte März über die heimische Flora und Fauna, über den Naturerlebnis-Weg Mittlere Isarauen und das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen. Im Bild, von rechts, stellvertretender Landrat Josef Haselbeck mit Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, Helmut Naneder und Carolin Seethaler.